Schriftenreihe Zwischentöne

Das FMD, das seit seinen Anfängen in der zweiten Frauenbewegung auf eine über dreissigjährige Vereinsgeschichte zurückblicken kann, widmet sich mit reger Projektarbeit und einer umfangreichen Notensammlung, die das Schaffen von komponierenden Frauen dokumentiert, der Pflege von Diversität im Schweizer Musikleben. Die Schriftenreihe Zwischentöne dokumentiert mit breit gestreuten thematischen Schwerpunkten die Projekte des Vereins und nimmt Arbeiten auf, die dessen Anliegen befördern.

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Christine Fischer (Hg.)
Vítězslava Kaprálová
(1915–1940)
ZEITBILDER, LEBENSBILDER, KLANGBILDER

 

Als kritikwillige und selbstbewusste Persönlichkeit
faszinierte sie ihr Umfeld: die tschechische
Komponistin und Dirigentin Vítězslava Kaprálová.
In einer Brünner MusikerInnenfamilie aufgewachsen,
erschloss sich Kaprálová in ihrem kurzen
Leben mit Studien in Prag und Paris früh weite
Wirkungskreise – davon zeugt nicht zuletzt ihr zu
Lebzeiten international aufgeführtes Œuvre von
25 Opera und über 30 Werken ohne Opuszahl.
Wie viele ihrer komponierenden ZeitgenossInnen
entwickelte und perfektionierte Kaprálová ihre
musikalische Kreativität in einem Umfeld von
politischen Repressionen und Krieg, das auch für
sie finanzielle und moralische Bedrängnis bedeutete.
Zudem blieb die Rezeption ihres Lebens und
Schaffens in der Tschechoslowakei lange von einer
weiteren Diktatur überschrieben.
Anlässlich ihres 100. Geburtstags versammelte das ForumMusikDiversität
Kaprálová-ExpertInnen internationaler Herkunft aus Praxis und Wissenschaft
zum Austausch. Mit ihren Beiträgen werden Rezeptionsgrenzen ausgeweitet
sowie neue Hör- und Aufführungsperspektiven und biographische Kontexte
erschlossen.

Zwischentöne, Band 2
2017. 196 S., 26 Abb.,
25 Notenbeispiele. Br.
CHF 32 / EUR 32
ISBN 978-3-0340-1383-3

 

«La liberazione di Ruggiero dall’isola d’Alcina»

Räume und Inszenierungen in Francesca Caccinis Ballettoper (Florenz, 1625)
Reihe «Zwischentöne», herausgegeben von Christine Fischer in Zusammenarbeit mit dem ForumMusikDiversität Schweiz, Band 1, 2015. Erschienen im Chronos Verlag Zürich.

1625 wurde «La liberazione di Ruggiero dall’isola d’Alcina» der florentinischen Hofkomponistin Francesca Caccini erstmals aufgeführt. Der vorliegende Band bietet einen gut verständlichen Einstieg in die Inszenierungswelten dieser Ballettoper.
Wie feinste Emotionsnuancen erspürendes Musiktheater und ein Ballett von 24 Pferden unter freiem Himmel in einer Aufführung zusammengehen, leuchtet dem heutigen Opernbesucher nicht mehr unmittelbar ein. Erst bei genauerem Hinsehen erschliessen sich Formen und Hintergründe der damaligen Inszenierung, die das Publikum auf eine faszinierende Reise mitnahm und zur emotionalen «Befreiung» einlud. Die Facetten dieser vergangenen Opernwelt erkunden namhafte Expertinnen unterschiedlicher Disziplinen. Sie fanden sich anlässlich einer Produktion von «La liberazione» zusammen, die unter der Leitung von Christine Fischer an der Schola Cantorum Basiliensis 2012 erarbeitet wurde. Das Projekt vertiefte nicht nur den wissenschaftlichen Zugang zur Ballettoper, sondern vermittelte auch zwischen vergangenen und heutigen Opernwelten, zwischen Wissenschaft und Praxis sowie zwischen Produktion und Rezeption.